Neoschamanismus
Der Neoschamanismus beruft sich zwar auf den traditionellen Schamanismus der Naturvölker, aber es bestehen doch gravierende Unterschiede. Der Schriftsteller Carlos Castaneda machte den Neoschamanismus in den 1970ern populär. Während der traditionelle Schamanismus bei vielen Naturvölkern weltweit ein religiöses Phänomen darstellt, wird das Zentrum des Neoschamanismus in den Indianerkulturen Nordamerikas gesehen. Pseudeo-indianische Rituale, Heilungs- und Schwitzhüttenzeremonien, Trancetechniken werden mit dem Ziel der Heilung von Körper und Seele durchgeführt. Der Neoschamnismus bedient sich einzelner Elemente des traditionellen Schamanismus aus den unterschiedlichsten Kulturen und “aktualisiert” diese. Es gibt keine Scheu diese auch mit Religionsbestandteilen aus Buddhismus, Hinduismus, Mystik, Kabbala, etc. anzureichern.
Die Neoschamanen (oft verächtlich als “Plastikmedizinmänner” bezeichnet) treten oftmals “Guruhaft” auf. Die Vermarktung der eigenen Person (Harley Reagan Swiftdeer gab sich als Werbefigur für Pepsi Cola her) ist nicht unüblich. Die ursprünglich sozial-religiöse Tätigkeit des Schamanen, als Mittler zwischen seiner Gemeinschaft und der jenseitigen Welt ist im Neoschamanismus verloren gegangen. Der Neoschamane dient hauptsächlich der Individualtherapie und – heilung. Während der traditionelle Schamane von den Schutzgeistern – auch gegen seinen Willen – berufen wird, erlernt der Neoschamane sein Handwerk in Seminaren.