Hermetik
Die Hermetik bezeichnet eine in der Antike wurzelnde religiöse Offenbarungs- und Geheimlehre. Namensgeber ist Hermes Trismegistos (griech. “dreifach größter Hermes“), einer im ägyptischen Hellenismus entstandene synkretistischen Verschmelzung des griechischen Gottes Hermes und des äyptischen Gottes Thot, der als Verfasser der sogenannten hermetischen Schriften und als Urvater der Alchemie gilt.
Als Hermetik im engeren Sinn bezeichnet man die Strömungen, die in unmittelbarer Tradition der antiken Hermetik stehen. Im weiteren Sinn ist „Hermetik“ ein Synonym für Alchemie und okkult-esoterische Lehren überhaupt. Die Hermetik beeinflusste das naturwissenschaftliche Weltbild bis in das 17. Jahrhundert hinein und prägte den abendländischen Okkultismus.
Herkunft
Die überlieferten hermetischen Schriften sind zwischen dem 1. und dem 4. Jahrhundert n. Chr. in ihrer heuteigen Gestalt entstanden. Wie weit und wohin die Wurzeln der darin enthaltenen Lehren reichen, darüber besteht keine Einigkeit. Man hat Elemente altägyptischen, jüdischen und persisch-chaldäischen Glaubens, sowie platonischer, neuplatonischer und stoischer Lehren darin ausmachen können. Über die Gewichtung der genannten Anteile besteht allerdings kein Konsens. Über Zahl und Umfang der verloren gegangenen antiken hermetischen Schrifen lässt sich nur spekulieren. Manetho (3. Jh. v. Ch.) und Iamblichos von Chalkis (4. Jh.) erwähnen Hermes bzw. Thot als Verfasser von 35625 Büchern, Clemens von Alexandria zählt in den Stromata zweiundvierzig Bücher des Hermes auf, die für den ägyptischen Tempeldienst als unentbehrlich bezeichnet wurden.