Esoterik
Esoterik (griechisch “esoterikos”, Wortbedeutung “innerlich”). Im Gegensatz zu “exoterisch” in der Bedeutung von “öffentliches Wissen”. Beide Aspekt kommen bei Aristoteles vor (von innen, bzw. von außen betrachtet). Etwas später taucht in diesem Zusammenhang auch das Motiv der Geheimhaltung auf. Woraus sich später die Bedeutung von “inner Kreis” entwickelt. Pythagoras unterscheidet zwischen exoterischen und esoterischen Schülern. Die esoterischen Schüler bilden den inneren Kreis und haben an den Lehren exklusiv teil. In anderen Quellen der Antike beschreibt der Begriff Esoterik aber auch einen “innerem Erkenntnisweg” im philosophischen Sinn. In der neueren Zeit taucht der Begriff Esoterik im 17. Jh. in England und im 18. Jh. in einem französischen Lexikon auf. Esoteriker ist jemand, der in die “Geheim”lehren einer Religion, Schule oder Lehre (der Philosophen) eingeweiht ist; esoterisch bedeutet: nur für Eingeweihte oder Fachleute bestimmt und verständlich.
Esoterik im ursprünglichen Sinne ist eine philosophische Grundhaltung von Menschen, die glauben, dass da jenseits der materiellen Welt noch etwas sein muss, mit dem zu befassen sich lohnt. Sie ist also eigentlich alles andere als Konkurrenz- oder Ersatzreligion, sondern als Oberbegriff gemeinsames Bindeglied aller Religionen und philosophischen Weltanschauungen.
In der moderenen Esoterik sind vor allem die Hermetik, Theosophie und Anthroposophie die im Vordergrund stehenden Grundkonzepte. New Age, Neuheidentum, Wicca-Kult und Schamanismus werden integriert, sind nicht scharf voneinander zu trennen. Der moderne Esoteriker kann sich sowohl für das eine, wie auch für das andere interessieren und eine individuelle Form der Esoterik (aus)leben. Am deutlichsten wird dies vor allen Dingen in Heilungstherapien. So darf man ohne Übertreibung behaupten, dass die moderen Esoterik eine Art Baukasten für eine Patchwork-Religion für Interessierte geworden ist, oder am Weg dort hin ist.