Blavatsky, Helena Petrowna
Mitbegründerin der Theosophischen Gesellschaft, Medium, Weltreisende, Schrifstellerin
Helena Petrovna Blavatsky (geb. Helena von Hahn) *12. Aug 1831 in Jekaterinoslaw (RUS); + 8. Mai 1891 in London (GB).

Blavatskys Vater war Peter von Hahn, ein deutscher Offizier in russischen Diensten; ihre Mutter Helena de Fadeyev entstammte alteingesessenem russischem Adel und war eine bekannte Romanautorin.
Mit siebzehn Jahren heiratete sie, den rund dreißig Jahre älteren Nikifor Blavatsky, Vizegouverneur der russischen Provinz Armenien, und zog mit ihm nach Eriwan. Sie verließ ihn rasch wieder und floh über Odessa nach Konstantinopel. Die Ehe soll nie vollzogen worden sein. Die folgenden Jahren soll sie mit Reisen verbracht haben, sind aber unbekannt.
Sie will in Kairo bei einem Kopten studiert haben und Kontakt zu Drusen aus dem Libanon und Mystikern aufgenommen haben. So auch zu der “Hermetischen Bruderschaft von Luxor”. 1851 traf sie nach eigenen Angaben an ihrem zwanzigsten Geburtstag in London den „Meister Morya“, den sie schon in Visionen in ihrer Kindheit gesehen haben will. Blavatsky erklärt die Meister der Weisheit als Menschen, die auf dem spirituellen Pfad sehr weit fortgeschritten sind und die geistige Welt zu beherrschen, bemeistern gelernt haben. Sie sollen eine Bruderschaft von Individuen bilden (die “Gemeinschaft der Heiligen”), die für das spirituelle, intellektuelle, psychische und ethische Wohl der Menschheit sorgen und manchmal mit Menschen öffentlich in Kontakt treten, um sie mit ihren Lehren zu inspirieren. 1856 will sie in Tibet sogar an einer Reinkarnationszeremonie des Dalai Lama teilgenommen haben.
Sie bereiste angeblich weiterhin Europa, Afrika, Nord- und Südamerika und Asien. In Kanada soll sie Medizinmänner getroffen haben, und auch auf ihren anderen Reisen soll sie häufig in Kontakt mit Mystikern und so genannten Meistern gekommen sein.
1868 reiste sie nach eigenen Angaben erneut nach Tibet, wo sie den „Meister Koot Hoomi“ getroffen haben will. Diese Tibet-Reise, gilt außerhalb der Theosophischen Bewegung als fiktiv. In Griechenland will sie den „Meister Hilarion“ getroffen haben. 1871 versuchte sie in Kairo die Société Spirite zu gründen, was aber misslang.
Nach dem Tod ihres Großvaters zog sie mit dem russische Sänger Arkadi Metrovitsch wieder nach Odessa. Von hier wurde eine Überfahrt nach Kairo getätigt, bei der das Schiff explodierte. Blavatsky überlebte, Metrovitsch starb. Sie ging danach nach Kairo und arbeitete als Medium “Madame” Blavansky. Auch in Kairo hielt es sie nicht lange, und nach kurzer Rückkehr nach Odessa und einem Intermezzo in Paris, schiffte sie sich 1873 von Le Havre aus nach New York ein. Sie lebte zunächst in einem Emigrantenheim, von Gelgenheitsjobs und Geldüberweisungen ihrer Familie. Sie hielt Seancen ab wodurch sie bekannt wurde.
Im April 1875 heiratete sie den wesentlich jüngeren Michael Betanelly und Ende 1875 gründete sie mit Henry Steel Olcott, William Quan Judge und anderen in New York die Theosophische Gesellschaft. 1877 veröffentlichte Blavatsky mit “Isis Unveiled” ihr erstes größeres Werk, das erst 1909 unter dem Titel “Die entschleierte Isis” auf Deutsch erschien. Am 8. Juli 1878 erhielt Blavatsky die amerikanische Staatsbürgerschaft. 1879 reiste sie wieder nach Indien. 1879 erschien mit “The Theosophist” ihre erste theosophische Zeitschrift. 1880 bekannten sich Helena Blavatsky und Olcott in Sri Lanka zum Buddhismus. 1882 wurde der Hauptsitz der Theosophischen Gesellschaft nach Adyar, nahe Madras, verlegt. 1884 wurde Blavatsky in einem umstrittenen Fall von dem Ehepaar Coulomb, christlichen Missionaren und von Richard Hodgson, Mitglied der Society for Psychical Research (SPR), der Fälschung von Briefen bezichtigt (Coulomb-Affäre). Immer wieder musste sich Blavatsky egen Fälschungsvorwürfe wehren, weil ihre paranormalen Fähigkeiten bezweifelt wurden. Blavatsky konnte sich in Indien nicht mehr halten und verließ 1885 das Land auch wegen gesundheitlicher Probleme. Sie bereiste Europa und ließ sich in Elberfeld und Würzburg nieder. 1887 erschien die erste Ausgabe ihrer Zeitschrift Lucifer. 1888 veröffentlichte sie ihr wichtigstes Werk, “The Secret Doctrine” (deutsch: Die Geheimlehre), das die Grundlagen der Theosophie erläutert. Unterstützt wurde sie dabei von der französisch-schwedischen Gräfin Constance Wachtmeister, die zu ihr nach Würzburg zog und der bereits schwer Nierenleidenden bei der Abfassung des Werkes half. Ebenfalls 1888 gründete sie die Esoterische Sektion der Theosophischen Gesellschaft. 1889 veröffentlichte sie “Die Stimme der Stille“, das sie in Fontainebleau, nahe Paris, geschrieben hatte. 1891 starb Helena Blavatsky in London. An ihrem Todestag am 8. Mai feiern ihre Anhänger jedes Jahr den “Weißen-Lotus-Tag“.
Blavatskys enge Freundin Annie Besant und William Quan Judge, Mitbegründer der Theosophischen Gesellschaft, setzten ihr Werk unter organisatorischer Aufspaltung fort.
Quellen:
Wikipedia (tw. nicht korrekt; aber umfangreiche Quellen/Linksammlung)